Eine Politikerin mit Leidenschaft

Karin Plate, Ministerin von der Leyen, Heidi Kluth, Heiner Schönecke

Trelde. Stille dann aber kurze Zeit später, als Karin Plate, Vorsitzende der Harburger Landfrauen, Heidi Kluth, Bundesvorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk, und Heiner Schönecke, stellvertretender Landrat, das Wort ergreifen. Kurze Vorstellung der Vereine, längerer Einblick in die Arbeit des Landkreises, dann klingelt bei der CDU-Organisatorin Katja Seifert das Handy. Die Ministerin sei in fünf Minuten da.

Großer Applaus, als sich Ursula von der Leyen zwischen zwei Tischreihen lächelnd durchschlängelt. Fast geht die zierliche Person unter zwischen den klatschenden Händen und nach ihr blickenden Köpfen. Das ändert sich, als sie das Mikrofon in die Hand nimmt. Thema: "Frauen in der Verantwortung".

Ursula von der Leyen spricht laut und deutlich. Ihre Gestik, Mimik - passt perfekt zum Gesagten. Sprechpausen und Dynamik der Stimme - akkurat abgestimmt auf den Inhalt. Diese Frau kann reden, das steht fest. Und obwohl jeder stimmliche Akzent, jede sprachliche Feinheit offensichtlich bewusst gewählt ist, wirkt von der Leyen echt.

Etwa dann, wenn sie die Situation der Frau von früher am Beispiel ihrer Großeltern aufzeigt: "Hätte mein Großvater meine Großmutter schlecht behandelt, was er nie gemacht hat, hätte sie allein nie die sieben Kinder versorgen können." Wenn sie sich vehement über die Diskussion echauffiert, die das Betreuungsgeld entfacht. "Wir fallen zurück in die Debatte, wer eine gute, wer eine schlechte Mutter ist, und die Männer fallen weg." Wenn sie aus vollem Herzen ausruft: "Diese jungen Menschen brauchen Rückenwind, aber keine Vorwürfe."

Und auch wenn sie nach der Rede und Beantwortung vieler Fragen ihre Tante aus Ramelsloh begrüßt und liebevoll herzt, obwohl sie längst beim nächsten Termin hätte sein müssen. Dann wird bei aller Professionalität deutlich: Von der Leyen steht mit Inbrunst zu dem, was sie am Rednerpult sagt.