Mit dem Fahrrad von Neu Wulmstorf nach Buxtehude pendeln

 

Der Arbeitskreis „Besucherlenkung Moore bei Buxtehude“ in der Flurbereinigung Rübke hat inzwischen eine Machbarkeitsstudie erarbeitet – und darin drei Varianten für eine neue Wegetrasse durch das EU-Vogelschutzgebiet vorgeschlagen, teilt das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg (ArL) in einem Zwischenbericht zum Stand der Dinge mit.

Wie mehrfach berichtet, hatte Neu Wulmstorf den Radweg als Lückenschluss zwischen Harburg und Buxtehude geplant, zumal der Bund den Bau von Fahrrad-Schnellwegen fördern und damit auch Berufspendler zum Umsteigen auf das Rad ermuntern will.

Der Radweg sollte parallel zur vorhandenen Bahnstrecke verlaufen. Für etwa einen Kilometer würde er entlang des EU-Vogelschutzgebietes „Moore bei Buxtehude“ führen. Im Zuge des Planungsverfahrens hatte das ArL dann aber mitgeteilt, dass es für diese Trasse kein grünes Licht gebe. Der unter Artenschutz stehende Wachtelkönig sei eine besonders schützenswerte Spezies.

In der Politik indes war das auf allgemeines Unverständnis gestoßen. Dass ausgerechnet Radfahrer den Vogel stören sollten in dem Gebiet, durch das die Bahntrasse und bald die A 26 führen, haben viele als Posse empfunden.

Weil der Lückenschluss im landwirtschaftlichen Wegenetz aus naturschutzfachlichen Gründen an der Bahnlinie gescheitert war, hatte das ArL gemeinsam mit den Fachbehörden für Naturschutz eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die prüfen sollten, inwieweit sich die Wege innerhalb des Naturschutzgebietes ausdünnen und neugestalten ließen. Ein Ergebnis sei nun eine direkte Radwegeverbindung zwischen Buxtehude und Neu Wulmstorf, teilt die Behörde mit. Offenbar sieht der Arbeitskreis drei Varianten für eine Trasse durchs Moor. Wo sie verlaufen könnten, will die Behörde aber erst im August vorstellen, wenn die vollständige Studie vorliegt.

Die direkte Verbindung entlang der Bahnlinie sei dabei aber aus ökologischen Gründen die unglücklichste, erklärt Bernd Beitzel, der im ArL als Dezernatsleiter für die Flurbereinigung verantwortlich ist. „Bei allen drei Vorschlägen war es uns wichtig, dass die Natur und insbesondere der dort beheimatete Wachtelkönig möglichst wenig beeinträchtigt werden.“

Dafür müssten bestehende Wege unterbrochen und neugestaltet werden, sodass zusammenhängende, beruhigte Zonen innerhalb des Naturschutzgebietes entstehen, so Beitzel. „Allen Akteuren im Arbeitskreis ist es sehr wichtig, dass Vorkehrungen getroffen werden, um die Wirkung der Besucherlenkung zu kontrollieren“. Der Arbeitskreis mit Vertretern aus Fachbehörden für Naturschutz und Vertretern der Kommunen wurde von der Flurbereinigungsbehörde geleitet.

Für die Realisierung einer dieser Varianten sei ein konkretes Planungsverfahren unumgänglich. „Dazu muss sich zunächst ein Planungsträger bereit erklären“, sagt die Landesbeauftragte Monika Scherf. Das könnte zum Beispiel eine der beteiligten Kommunen sein.

In Neu Wulmstorf trifft der Zwischenbescheid der Behörde auf offene Ohren. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, sagt der Elstorfer CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Schönecke, der seit Jahren für den Radweg streitet. Positiv sei, dass es nun offenbar doch zu einer gemeinsamen Lösung komme, sagt Schönecke. Das ArL habe wohl gemerkt, dass die geplanten Radschnellwege in der Bevölkerung gut ankommen. Beide Kommunen sollten sich nun schnellstmöglich einigen, wer die Planungshoheit für das Projekt bekomme, damit es zügig umgesetzt werden könne. „Unglücklich“ findet Schönecke indes die Aussage, dass die Trasse entlang der Bahn die unglücklichste Variante sei. Dort lägen schon viele Versorgungsleitungen, aus seiner Sicht sei der Weg entlang der Bahn der vernünftigste Ansatz.