Zehn Baustellen der Rot-Grünen-Landesregierung im Landkreis Harburg

 

 André Bock, Minister Olaf Lies, Heiner Schönecke

In seiner Zeit als Verkehrsminister wurde keine der zehn Baumaßnahmen umgesetzt bzw. wurde nicht mal nennenswert angepackt. In einigen Bereichen hat der Minister sich ganz bewusst einer Lösung verschlossen und damit deutlich gemacht, dass ihm die Probleme des Landkreises Harburg nicht wirklich am Herzen liegen.

Heiner Schönecke, MdL (CDU): Wir haben absichtlich darauf verzichtet, die vielen kleinen zusätzlichen Probleme anzusprechen, die uns im täglichen Umgang mit dem Ministerium auffallen. Wie z.B. die Problematik mit dem Wachtelkönig, Radschnellwege oder fehlende Querungshilfen.“

André Bock, MdL (CDU): „Wir haben den Minister gebeten, dringend in den nächsten Monaten dafür Sorge zu tragen, dass diese Liste abgearbeitet wird. Die Bürger des Landkreises Harburg müssen das Gefühl haben, dass Ihre Anliegen ernstgenommen werden.“

Zehn Baustellen der Rot-Grünen-Landesregierung im Landkreis Harburg

 1.    Baustellenkoordinator

Seit September 2016 fordern die Landkreise Stade und Harburg die Benennung eines Verkehrs- und Baustellenkoordinators. Hamburg hat zusammen mit Schleswig-Holstein zwei, Niedersachsen hält es nicht für notwendig dieses umzusetzen.

 2.         A 26 / B3-neu – Umfahrung Rübke / Ovelgönne / Elstorf

2021 soll die Autobahn bis Neu Wulmstorf fertiggestellt sein. Hamburg wird mindestens vier bis fünf Jahre länger für den vierten Bauabschnitt brauchen. Damit wird der gesamte Verkehr in das Hafenhinterland durch Rübke und der Verkehr in Richtung Westen durch Ovelgönne und Elstorf fließen. Beide Umfahrungen müssen oberste Priorität haben und gemeindliche Planungen müssen dem untergeordnet werden.

 3.         A1 – Meckelfeld / Rastanlage

Die Gemeinde Seevetal ist durch Verkehr und Lärm mehr als belastet. Hier hat die Verkehrsdichte bereits eine Grenze deutlich überschritten. Daher wird auch kein Spielraum für einen weiteren Ausbau von Rastplätzen auf Seevetaler Gebiet gesehen. Es besteht Konsens über alle Parteigrenzen hinweg. Hamburg verweigert jede offene und faire Zusammenarbeit. Anders ist das Agieren der Hamburger Behörden mit Blick auf „Neuland 23“ nicht zu erklären.

Landschaftlich hochwertiger Raum im Hamburger Bereich, BAB A1 Harburg, wurde für eine Ausweisung von massiven Gewerbeflächen kurzfristig umgewandelt. Dort entsteht heute ein großflächiges Logistikzentrum,DHL.

Nachdem Seevetal die Anlage an der A7 in Ramelsloh / Hasselhöhe bereits deutlich erweitert hat, tragen die Seevetaler bereits heute einen großen Anteil an der Versorgung mit Stellplätzen in der Metropole. Der Landkreis Harburg und die Gemeinde Seevetal erhalten durch den niedersächsischen Verkehrsminister keine Unterstützung bei Gesprächen, Verhandlungen und Abwehr der Planungen.

 4.         Hörstener Straße - Seevetal / Decatur Brücke

Die Bedeutung dieser 753 Meter langen Brücke ist einzigartig. Wir sprechen über Europas größten Rangierbahnhof, geplant und gebaut von der Deutschen Bundesbahn in den 70er Jahren. Dieser Rangierbahnhof liegt in Maschen und bietet DB Cargo einen Logistikstandort von dem aus der Hamburger Hafen abgewickelt wird. Nicht auszudenken, wenn Einschränkungen der Zugbildungsanlage erfolgen müssten. Die Abfertigungen im Hamburger Hafen könnten nicht mehr über das Gleissystem erfolgen. Das Land, der Bund, die Freie und Hansestadt Hamburg etc., alle sind informiert. Die Gemeinde Seevetal ist jedoch derzeit als Straßenbaulastträger alleine verantwortlich für dieses Brückenbauwerk. Die Seevetaler erwarten einen Sonderstatus für diese bedeutsame Brücke, auch von Land & Bund, da die Anforderungen nicht allein von der Gemeinde umgesetzt werden können. Außer ein paar „warmer Worte“ lässt eine anpackende Hilfe durch den Minister weiter auf sich warten.

 5.         A1 – Hollenstedt - Lärmbelastung

Seit dem 6-Spurigen Ausbau der A1 ist die Lärmbelästigung für viele Hollenstedter Bürgerinnen und Bürger nahezu unerträglich geworden. Das Verkehrsministerium weigert sich auch nur an der Minimalschraube „Tempolimit 120“ zu schrauben. Einen Termin für eine „Hörprobe“ mit Minister Lies gibt es immer noch nicht.

 6.         B75 / K 45– Kakenstorf - Kreisverkehr vor der Waldorfschule

Fast nicht zu glauben, bereits 2014 wurde von Heiner Schönecke auf die Gefahren vor der Waldorfschule in Kakenstorf hingewiesen. Immer wieder kommt es beim Linksabbiegen zur Schule zu gefährlichen Situationen und kleineren Unfällen. Termine vor Ort mit den zuständigen Behörden haben zwar zu kleinen Verbesserungen geführt, aber eine vernünftige Lösung für das Problem gibt es bis heute nicht.

 7.         B3 – Sprötze - Weiterbau Bahnbrücke / Umleitungen

Bereits am 22. April 2013 teilte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aus Lüneburg mit, dass Im Zuge der Bundesstraße 3 die Fahrbahn auf dem Brückenbauwerk über die Deutsche Bahn zwischen den Ortsdurchfahrten Sprötze und Welle, Landkreis Harburg, ab dem 30. April 2013 dauerhaft auf eine Fahrspur verengt würde. Seit Monatengibt es eine Behelfsbrücke über die der Verkehr geführt wird. Auf der alten Brücke wächst das Gras aus dem Asphalt, gebaut wird an der neuen Brücke bis heute nicht.

 8.         A39 – Maschen – Auffahrt / Verkehrsregelungsproblematik 

Der Knotenpunkt der BAB Maschen ist heute bereits überreizt. Gespräche mit der Landes Straßenbaubehörde sind erfolglos verlaufen. Das Land baut nicht vorausschauend und ohne Vision für die Zukunft. Stauschleifen und eine neue Ampel werden das Problem alleine nicht lösen.

 9.         B404 – Elbbrücke Geesthacht/Rönne, L217 – Problematik bei der Auffahrt auf die A25

Fast täglich, insbesondere morgens zu den Hauptverkehrszeiten, staut sich auf der B404 zwischen den Anschlussstellen Eichholz im Süden und der Auffahrt zur A 25 bei Escheburg (Schleswig Holstein) der Verkehr Richtung Hamburg auf mehreren Kilometern. Die Fahrzeuge stauen sich in Fahrtrichtung Winsen (L217) vielfach bis Stove und Richtung Marschacht bis an Niedermarschacht /Obermarschacht heran. Der örtliche Verkehr kommt zum Stillstand. Besonders betroffen dadurch auch der Schülerverkehr und eine schwierige Situation für Rettungsfahrzeuge. Bisher gibt es keine Konzeption, keine kurzfristigen Ansätze, um die Staulage einigermaßen aufzubrechen.

 10.      Modellversuch „Tempo 30“ des Landes in den Ortschaften

            Luhdorf – Pattensen

Die hohe Verkehrsbelastung in den Ortsteilen Luhdorf und Pattenen ist seit Jahren, insbesondere für die Anlieger, unerträglich. Die Stadt Winsen hat sich in den letzten Jahren mehrfach an den Verkehrsminister gewandt, um über Temporeduzierungen zumindest eine Teilentlastung zu erreichen. Alle Anträge der Stadt wurden bisher abgelehnt. „Hoffnung“ bot sich jetzt mit dem „Modellprojekt Tempo 30“ des Landes. Bereits im Feb. 2017 hat sich die Stadt hierfür beworben. Seitdem „dümpelt“ der gegründete „Runde Tisch“, den der Minister für dieses Projekt eingerichtet hat, vor sich hin. Völlig unklar ist noch, welche Kommunen an dem Projekt teilnehmen können und wann es los geht.