Hörprobe A1 Hollenstedt“

 

Einladung zur "Hörprobe an der A1"

Bereits in den Panfeststellungsunterlagen aus dem Jahr 2005 hat diese Problematik großen Raum eingenommen. Damals wurden durch Berechnungen und Messungen von Gutachtern erhebliche Überschreitungen von Grenzwerten, nicht nur in der Nacht, sondern auch am Tage, festgestellt. Diese führten im Planfeststellungsbescheid zu Formulierungen wie „Ein Anspruch auf Schallschutz besteht dem Grunde nach“ „Dazu muss nach dem Beginn der Bauarbeiten ein gesonderter Antrag gestellt werden.“ „Die Höhe der Entschädigung muss in einem späteren Verfahren festgesetzt werden.“ Sammeleinwänder, aber auch die 50 Einzeleinwänder trauten den technischen Ankündigungen der Planer nicht.

In der letzten, von Hollenstedts Bürgermeister Jürgen Böhme, durchgeführten Anhöhrung zu diesem Thema wurde die anwesende Politik mit deutlichen Vorwürfen konfrontiert. Die Anwohner bezeichnen sich als die großen Verlierer der Neubaumaßnahme. Bei mehreren Lokalterminen konnte sich die Anwesenden einen persönlichen Eindruck von der Verschlechterung machen.

Während früher, als die A1 noch durchgehend zweispurig war, die vorhandenen Bäume und das Buschwerk auf den Wällen den Lärm minderten, hat sich die Lage nach dem Ausbau dramatisch verändert.

Seit der Verbreiterung auf sechs Spuren und zwei Standstreifen, sowie dem veränderten Asphalt und den Aglomerant-Markierungen, mit den jaulenden Geräuschen beim Befahren, nehmen die Proteste zu.

Die Neuanlage von Lärmschutzwänden hat auf Grund ihrer Höhe und auf Grund erheblicher Lücken im Bereich der Raststätte zu erkennbar mehr Lärm in den Gemeinden Appel, Hollenstedt und Wenzendorf geführt. Von der Ausfahrt Hollenstedt in Richtung Bremen fehlt der Lärmschutz völlig. In diesem Bereich liegt zwar direkt an der Autobahn das Hollenstedter Gewerbegebiet, die dahinter liegenden Wohnsiedlungen sind allerdings auch betroffen.

In der Sitzung wurde erneut die Frage gestellt, wieso die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die über Jahrzehnte bestehende Geschwindigkeitsbeschränkung aufgehoben habe. Bis zum Ausbau war im Bereich der Raststätte 100 km/h und ansonsten 120 km/h vorgeschrieben. Im Bereich des Gewerbegebietes Rade ist auch heute schon Tempo 120 vorgeschrieben.

Die Anwohner der beidseitigen Bebauung in der vorhandenen Talkessellage sehen eine Möglichkeit, durch Wiederherstellung der alten Geschwindigkeitsbeschränkungen eine Minimierung des Lärms zu erreichen.

In vielen Ortslagen des BAB-Netzes in Deutschland wird eine km/h Begrenzung zum Schutz der Anwohner vor Lärm durchgeführt. Das erwarten auch die Bürger in Hollenstedt, Appel und Wenzendorf.

Ich schlage vor und bitte dringendst zu prüfen, ob nicht über einen solchen „Feldversuch“, ggf. zeitlich begrenzt, dem Wunsch der Anwohner Rechnung getragen werden kann. So könnte man mit geringem Aufwand testen, ob dadurch eine Minderung der Lärmbelastung erzielt würde.

Sehr geehrter Herr Minister, ich lade Sie daher sehr herzlich ein, sich Vorort einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Machen Sie selbst die „Hörprobe“. Hollenstedt wartet auf Ihren Besuch.

Lassen Sie uns dann gemeinschaftlich den Versuch starten, ob wir nicht kurzfristig eine Verbesserung für die Anwohner erreichen können. Sie haben ein Recht darauf, dass die Verschlechterungen korrigiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Heiner Schönecke