Landtag aktuell

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde! 

Sie säen nicht, sie ernten nicht, aber sie wissen alles besser!

Dies stand auf dem Plakat einer Celler Landwirtin an ihrem Trecker. Mitte Oktober fanden deutschlandweit große und kleinere Demos der Landwirte statt. Organisiert über die sozialen Netzwerke, hatten sich von überall junge Landwirte mit ihren Treckern auf den Weg, auch nach Hannover, gemacht. Friedlich ging es zu auf dieser Demo, mehrheitlich junge Frauen und Männer machten auf die Situation in der Landwirtschaft aufmerksam.

Die Ansprüche und damit der Druck auf die Landwirtschaft wird immer größer. Die Gesellschaft erwartet die Eierlegendewollmichsau. Kleine Familienbetriebe die bäuerliche Land- und Ernährungswirtschaft betreiben, Artenschutz, Klimaschutz, Tierschutz, Immissionsschutz.

Nach dem Empfinden der Landwirtschaft trifft sie die gegenwärtige gesellschaftspolitische Stimmungslage in einem nie gekannten Ausmaß. Die Landwirte werden bei den Themen Klimaschutz, Tierschutz oder auch Grundwasserschutz reflexartig in die Täterrolle gestellt.

Seit September 2019 liegt die Gebietskulissen der Nitrat– und phosphatsensiblen Gebieten in Niedersachsen vor. Im Landkreis Harburg hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz NLWKN an vielen Mess-Stationen erhöhte Nitratwerte gemessen. Einige Mess-Stellen weisen einen signifikant steigenden Nitratwert auf, an anderen Standorten wurden fallende Werte gemessen. Viele landwirtschaftliche Betriebe liegen in den „roten Gebieten“ obwohl ihre Mess-Stationen keine erhöhten Werte gemessen wurden. Das Umweltministerium muss jetzt nachliefern, wie die „roten Gebiete“ zustande gekommen sind.

Es muss genau differenziert werden, an welchen Stellen und mit welchen Mitteln der Nitratüberschuss verringert werden kann. Eine generelle Verringerung der Nitratausbringung um 20% für jeden Landwirt, für jede ausgebrachte Frucht auf den Ackerschlägen, für Wiesen und Weiden, trifft an vielen Stellen die Falschen. Nitrat darf nicht verteufelt werden. Dieser Stoff ist die Lebensgrundlage Nummer eins für Pflanzen. Ohne eine entsprechende Düngung müssten die Verbraucher auf volle Gemüseregale verzichten.

Vor den hohen Auflagen, dem großen Bürokratieaufwand aber vor allem vor dem Anspruch der Gesellschaft kapitulieren viele Landwirte. Allein von 2010 bis 2017 nahm die Zahl der Betriebe mit Milchkühen um 28 Prozent ab. Bei den Schweinehaltern war der Rückgang noch dramatischer: Hier hat sich die Zahl der Betriebe zwischen 2007 und 2016 halbiert.

Die Wachstumsschwelle – also die Größe ab der die Zahl der Betriebe zunimmt und nicht schrumpft - liegt derzeit bei über 200 ha. Das Ziel einer Struktur von „bäuerlichen Familienbetrieben“ wird mehr und mehr und immer schneller von der Realität überholt.

Die CDU in Niedersachsen ist sich der schwierigen Situation der Landwirte bewusst. Ein Antrag für den Bundesparteitag wurde formuliert in dem die Bundesregierung aufgefordert werden soll, einen „Gesellschaftsvertrag Landwirtschaft 2050“  zu erarbeiten. Grundsätzliches 

Ziel ist es bäuerlichen Familienbetrieben zu stärken, sowohl politisch, als auch gesellschaftlich und finanziell.

Wir wollen unseren Landwirten den Rückhalt geben, den sie zur Ausübung ihres Berufes benötigen. Dazu gehört aber auch die gesellschaftliche Akzeptanz. Freilandhaltung von Rindern, Schweinen, Hühner, Gänsen und Enten, von der man nichts sieht, hört oder riecht wird es nicht geben. Der langfristige Erhalt den bäuerlichen Landwirtschaft wird zwangsläufig an Endverbraucher weitergegeben.  Die Verbraucher können über das Kaufverhalten beeinflussen, welche Art von Landwirtschaft wir zukünftig haben werden. Wer öffentlich Regionalität und kürzere Wege fordert, muss sich im Laden aber auch dafür entscheiden.

Dr. Bernd Althusmann, stell. Ministerpräsident (CDU) forderte: „Wir brauchen jetzt endlich mal einen Fair Trade für unsere heimische Landwirtschaft Auch ich als Verbraucher muss mich fragen, was ich vom Landwirt in meiner Nachbarschaft erwarte und ob ich bereit bin, ihm dafür einen anständigen Preis zu zahlen.“

Heiner Schönecke, MdL

Lesen Sie hier die gesamte Ausgabe: "Landtag aktuell" November 2019

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