Tierversuchsfreie Methoden fördern, Kontrollen von Tierhaltungen verbessern

Tierschutzverstöße, wie im Tierversuchslabor LPT in Neu Wulmstorf im vergangenen Jahr offengelegt wurden, dürfen sich nicht wiederholen. Es gibt ein großes Potential an alternativen tierfreien Methoden, die müssen konsequent weiterentwickelt werden, um Tierversuche zu ersetzen bzw. weitestgehend zu verringern. Zu diesem Zweck müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Die EU-Tierversuchsrichtlinie (Richtlinie 2010/63/EU) verpflichtet die Mitgliedsstaaten Tierschutzstandards bei Tierversuchen in nationales Recht umzusetzen. Über die Umsetzung der Richtlinie soll die Anzahl der für Versuche verwendeten Tiere auf ein Minimum reduziert und soweit möglich auf alternative, tierfreie Methoden zurückgegriffen werden.

Nach aktuellen Erhebungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurden in Deutschland im Jahr 2019 2,9 Mio. Tiere in Tierversuchen eingesetzt. Die Anzahl ist im Vergleich zum Jahr 2018 mit 2,82 Mio. Tieren sogar leicht angestiegen. Etwa die Hälfte der Tierversuche entfällt hierbei auf die Grundlagenforschung, ein Viertel auf gesetzlich vorgeschriebene Versuche (Regulatorik), beispielsweise zur Prüfung der Giftigkeit von Chemikalien oder Medikamenten und ein Zehntel auf die angewandte Forschung, beispielsweise zur Entwicklung von Medikamenten.

In Niedersachsen ist das LAVES die zuständige Behörde für die Entgegennahme von Anzeige und die Genehmigung von Tierversuchen. Tierversuche zu regulatorischen Zwecken sind lediglich anzeigepflichtig. Tierversuche zu sonstigen Zwecken bedürfen einer Genehmigung.

Die Überwachung der Tierversuchseinrichtungen obliegt in Niedersachsen den Veterinärämtern der Kreise und kreisfreien Städte. Als Ergebnis des sogenannten Dialogprozesses zu der Aufgabenverteilung zwischen den kommunalen Veterinärbehörden und dem LAVES wird die Zuständigkeit für die Überwachung der Tierversuchseinrichtungen in Zukunft ebenfalls beim LAVES liegen. Die Überwachung von Tierversuchen erfolgt in Niedersachsen dadurch zukünftig durch eine zentrale Behörde.

Das Veterinäramt im Landkreis Harburg leistet hervorragende Arbeit, trotzdem ist der Ansatz die Überwachung der Tierversuchseinrichtungen an einer Stelle zu koordinieren sehr gut und richtig. Im Sinne eines besseren Tierschutzes muss die Genehmigungspraxis und die Kontrolle für Tierversuche verbessert werden.

Quelle: PM Heiner Schönecke