Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!

Selten hat ein Antrag schon vor Behandlung im Plenum solch ein mediales Echo ausgelöst. Sogar die Grünen hätten ganz entzückt sein müssen, dass dieses Thema den Landtag beschäftigt.
 
Immer mehr Menschen begeistern sich für das Imkern und wollen dadurch aktiv zum Schutz und Erhalt der Bienen beitragen. Der Trend zu kleineren Imkereien mit nur einem oder wenigen Bienenvölkern setzt sich dabei weiter fort.
 
Die Imkerei hat regen Zulauf, nicht nur auf dem Land auch in der Stadt. Viele Schulen betreiben die Imkerei in Ihren AGs. Im Landkreis Harburg sind die Schüler und Lehrer der Oberschule Hanstedt und des Gymnasiums am Kattenberge mit großer Begeisterung dabei. Trotz dieser enorm wichtigen Bedeutung ist die Imkerei aber kaum geregelt und durch wenige Gesetze bestimmt. Jeder kann sich ein Bienenvolk im Internet kaufen und in den Garten stellen.
 
Der Hobbyimker benötigt keinerlei Genehmigung um Bienenstöcke auf seinem Grund aufzustellen, egal ob im Garten, auf der Garage, auf dem Dach eines Hochhauses oder auf dem Balkon. Er muss die Imkerei nur anmelden. Bienenstöcke dürfen überall stehen wo Kleintierhaltung laut Bebauungsplan nicht ausdrücklich verboten ist. Auch für einen Schutzabstand zum Nachbarn gibt es keine Empfehlungen oder gesetzliche Regelungen.
 
Durch einen Mangel an Fachwissen kann es zu unsachgemäßer Betreuung der Bienenvölker kommen und infolgedessen können sich Krankheitserreger oder Schädlinge innerhalb der Bienenvölker schnell verbreiten, wie zum Beispiel im Fall der Varroa-Milbe.
 
Durch erkrankte Bienenvölker werden die Bienenvölker anderer Imker bedroht, sie gefährden damit auch die Berufsimker Niedersachsens. Ehrenamtliche Imkerverbände sowie das Bieneninstitut Niedersachsens in Celle leisten derzeit zwar schon einen großen Beitrag im Bereich der Fort- und Weiterbildungen und Bieneninstitute bieten darüber hinaus umfangreiche Untersuchungsleistungen an.
 
Auch das Freilichtmuseum am Kiekeberg hat seit 2007 einen Imkerverein, bietet mehrtägige Imkerkurse an und veranstaltet einen Imkertag. Dies sind allerdings Leistungen, die auf freiwilliger Basis angeboten und in Anspruch genommen werden und das eigentliche Problem der unzureichenden Sachkunde gerade bei Neuimkern nicht beheben können.
 
Es wird beobachtet, dass immer mehr Neuimker ohne Bindung an einen Verein mit der Imkerei starten und auch nicht über Imkerpaten verfügen. Der Umgang mit den Bienen wird dann aus mehr oder weniger zuverlässigen Internetquellen abgeleitet. Dabei kommt es nicht selten vor, dass manche Halter sich über natürliche Entwicklungen und Verhaltensweisen wundern, Ernährungsnotsituationen sowie Krankheiten nicht erkennen und im Folgenden keine oder fehlerhafte Maßnahmen ergreifen. Bei einigen Bienenhaltern ist der Ausgleich von Verlusten durch Zukauf von Völkern zur Gewohnheit geworden.
 
Was vielen Imkern nicht bewusst ist, wer heute seinen Honig selbst produziert, hat nicht nur für die Bienen die Verantwortung, sondern auch für den Honig. Der Hobbyimker ist somit im rechtlichen Sinne ein Lebensmittelunternehmer und unterliegt daher allen Anforderungen des Lebensmittelrechts. Dabei ist es unerheblich, ob man mit einer Gewinnabsicht arbeitet, oder nicht
 
Zum besseren Schutz von Honigbienen und der Sicherung der Bienenhaltung fordern Experten seit langem die Überprüfung der imkerlichen Sachkunde, denn die Folgen dieses Nichtwissens unter den Hobbyimkern sei verheerend. Freizeitimker müssen heute, rein rechtlich gesehen, keine Prüfungen bestehen und auch keinen Ausbildungsnachweis vorlegen.

Zwischenzeitlich hat es ein Gespräch zwischen dem Arbeitskreis Landwirtschaft der CDU-Fraktion und dem Imkerlandesverband gegeben. Es ging um die Kernfrage, wie das richtige, freiwillige Engagement, das häufig schon mit einer Urkunde endet, ausgebaut werden kann.

Ich freue mich, dass sich die Menschen mit so großer Begeisterung der Imkerei widmen, aber noch mehr freue ich mich, dass wir jetzt den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht haben, dass das auch mit der nötigen Sachkunde gemacht wird.

Hier können Sie meine Rede im Landtag zu dem Thema hören