Verkehrsministerium stellt Fahrradmobilitätskonzept vor

Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann: „Nicht erst seit der Corona-Pandemie erleben wir einen regelrechten Fahrradboom. Niedersachsen bietet für diesen erfreulichen Trend bereits heute sehr gute Voraussetzungen: Bei der Fahrradnutzung ist Niedersachsen dank der guten Ausstattung von Straßen mit Radwegen bundesweit in der Spitzengruppe der Länder. Mit dem Fahrradmobilitätskonzept wollen wir einen Schritt weitergehen und haben erstmals konkrete Ziele für die Förderung des Radverkehrs benannt. Unser Ziel: Bis 2025 wollen wir den Radverkehrsanteil von 15 auf 20 Prozent steigern, Niedersachsen soll für Zweiräder noch attraktiver werden."

Mehr Radverkehr ist aber nicht allein eine Frage der Infrastruktur, wie Althusmann erklärt: „Fahrradfahren muss noch sicherer werden. Daher wollen wir die Zahl der getöteten und verletzten Radfahrenden um 20 Prozent ebenfalls bis 2025 reduzieren. Gemeinsam mit Verkehrswacht, Polizei und Verbänden wollen wir die Verkehrssicherheit für Fahrradnutzer insgesamt erhöhen und werden als Ministerium auch beim Einsatz von Abbiegeassistenten bei Lkw am Ball bleiben."
Ein weiterer Ansatz aus dem Handlungskonzept sieht die finanzielle Förderung der Kommunen beim Wettbewerb „Stadtradeln" in den kommenden Jahren vor. Bei der bundesweiten Aktion sollen binnen drei Wochen möglichst viele Alltagswege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Die finanzielle Unterstützung der Kommunen ist 2021 zum ersten Mal erfolgt - und hat sich als voller Erfolg erwiesen. Die Fördersumme in Höhe von 150.000 Euro war in Niedersachsen bereits nach neun Tagen aufgebraucht.

Da die Kommunen ohnehin beim Ausbau des Radverkehrs sehr wichtige Akteure sind, soll auch die Förderung des Landes verbessert werden. So ist vorgesehen, dass künftig alle kommunalen Radverkehrsmaßnahmen nach dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz einheitlich mit bis zu 75 Prozent vom Land gefördert werden. Bislang lag der Fördersatz in Abhängigkeit vom Steueraufkommen der Kommune zwischen bis zu 60 und bis zu 75 Prozent. Profitieren könnte davon beispielsweise auch vermehrt der Bau breiterer und somit komfortablerer Radwege, da deren Förderung künftig abhängig von der prognostizierten Nutzung sein soll.

Althusmann: „Fahrräder sind längst keine Randerscheinung im Alltagsverkehr mehr, sondern Ausdruck klimafreundlicher und individueller Mobilität, die zunehmend mehr Menschen zurückgreifen. Mit unserem Fahrradmobilitätskonzept haben wir einen Fahrplan vorgelegt, um diese Entwicklung in Niedersachsen nachhaltig zu unterstützen."

Im Fahrradmobilitätskonzept sind insgesamt knapp 50 Maßnahmen in insgesamt sieben Handlungsfeldern vorgesehen, die in den kommenden Jahren sukzessive umgesetzt werden sollen:

  1. Rechtliche und strategische Grundlage
  2. Infrastruktur
  3. Verknüpfung mit anderen Verkehrsträgern
  4. Verkehrssicherheit
  5. Nachhaltigkeit und Innovation
  6. Öffentlichkeitsarbeit
  7. Radtourismus