Landwirte brauchen Perspektiven für die Moornutzung

Entwässerte Moorböden tragen erheblich zum Kohlendioxid-Ausstoß bei, deshalb sind ambitionierte Maßnahmen wie die Wiedervernässung von Moorland nötig, stellt das Landvolk in einer aktuellen Stellungnahme zur Bund-Länder-Zielvereinbarung „Klimaschutz durch Moorbodenschutz“ fest und bietet an, sich mit eigenen Ideen und sinnvollen Konzepten zu beteiligen.

Die systematische Entwässerung und Erschließung heute bewirtschafteter Moore hat die Existenzgrundlage für tausende Familien in Niedersachsen geschaffen. Dies war gewollt, teilweise sogar staatlich auferlegt. „Die Kultivierung unserer Moorböden war eine historische Leistung im gesellschaftlichen Auftrag“, erinnert Padeken. Diese Arbeit, oft über Generationen hinweg und mit großen Verwerfungen verbunden, muss deshalb honoriert werden, fordert das Landvolk. So hat die Entwässerung von Moorböden insgesamt in den Regionen für wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand gesorgt und ist vor dem historischen Kontext als Erfolgsgeschichte anzusehen.Heute werden Moorböden vor allem für die Erzeugung von Futtermitteln für Milchkühe, teilweise aber auch für Schafe und Pferde genutzt. In kleinerer Menge werden auch Kartoffeln oder Getreide, angebaut – oft durch spezialisierte Betriebe mit regionaler Vermarktung.

Das Umsetzen der Maßnahmen zur Wiedervernässung von Moorland darf von den Moor-Landwirten kein Sonderopfer abverlangen und darf nicht unter Haushaltsvorbehalt stehen. Um dauerhaft Treibhausgas-Emissionen zu mindern, müssen vielmehr alle erforderlichen Mittel bereitgestellt werden, denn durch die Pariser Klimabeschlüsse und die darauffolgenden Festlegungen in der EU und in Deutschland kommen auf die Landwirte schon genug neue Herausforderungen zu.

„Bund und Länder müssen nun einen Weg finden, die Lasten für die anerkannt notwendige Klimagasreduzierung zu teilen. Dies beinhaltet Maßnahmen von Renaturierung über Extensivierung bis hin zu moorschonenden Bewirtschaftungen. Eine Transformation der Gebiete mit Zwangsinstrumenten lehnen wir aber entschieden ab. Es darf keinesfalls zu einer einseitigen Belastung von Eigentümern oder Nutzern der Moore kommen“, fordert Karsten Padeken und gibt zu bedenken, dass auch die Anhebung des Wasserstandes mit erheblichen Investitionen und Unterhaltungskosten für die regionalen Unterhaltungsverbände verbunden ist.

Vernachlässigt wird nach Ansicht des Landvolks Niedersachsen, dass zudem eine präzise Bestandsaufnahme, ein Flurbereinigungsverfahren und wasserrechtliche Planungen notwendig sind. Auch die Wasserverfügbarkeit müsse berücksichtigt werden.