Heiner sinniert

Anspruch und Wirklichkeit kann man heute schon am Handeln der Grünen messen. Bisher waren die Vielzahl von grünen Vorschlägen oftmals revolutionär und kaum umsetzbar, aber immer von großen medialen Aufschlägen begleitet. Wenn man diese Vorschläge genauer unter die Lupe nahm, waren es meist Verbote und gesetzliche Vorgaben.

Dafür, dass man sich nicht immer selbst an die eigene Ideologie hielt, gibt es viel Beispiele. Der grüne Regierungschef in Baden-Württemberg, Wilfried Kretschmann blieb bei seiner Mercedes S-Klasse, auch privat. Für ihn waren die grünen Parteitagsbeschlüsse das eine und Regierungshandel das andere. 

In unserer Hauptstadt Berlin, mit seiner Koalition aus rot-rot-grün, gibt es jetzt eine ganz besondere Begründung. Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) ist dafür bekannt, dass sie den motorisierten Individualverkehr verdrängt. Wo sie kann, macht sie den Autofahrern das Leben schwer. Sie selbst ist dennoch im Auto unterwegs, sogar mit Chauffeur. Trotz bestem ÖPNV-Angebot, Carsharing und Fahrradwegen hat sie kein Problem damit, sich mit ihrem Dienstwagen von Termin zu Termin fahren zu lassen. Begründung dafür: Die Senatorin habe stets schwere Akten dabei und müsste im Dienstwagen vertrauliche Telefonate führen. Erst nutzte sie als Dienstwagen einen BMW, jetzt ist es ein Tesla, Model 3

Sichtweisen auf dieselbe Sache fallen mitunter extrem auseinander. Freut sich die grüne Politikerin über ihr neues Auto, gehen in Brandenburg die grünen Aktivisten gegen den Bau des Werks vor. 

Politisch ist der Tesla-Streit verknüpft mit einem tief liegenden, noch völlig unterschätzten Problem. Gleich reihenweise könnten demnächst grüne Pläne mit grünen Prinzipien krachend kollidieren, nicht nur in den brandenburgischen Wäldern, sondern landauf, landab.

Anspruch und Wirklichkeit stehen diametral zueinander. Auf der einen Seite wollen sie die Welt mit ihren großen klimafreundlichen Projekten, zu denen auch Windräder, Stromtrassen und Pumpspeicheranlagen gehören, retten, zum anderen widerspricht das dem grünen Anspruch Flora, Fauna und die Rechte der Bürger vor Ort zu schützen.

Ich bin gespannt wie die Grünen den Spagat auf Dauer hinkriegen