Kita-Debatte geht weiter – Schnelltests doch möglich

Das berichtet der CDU-Landtagsabgeordnete Kai Seefried nach einem Gespräch mit dem Kultusminister über die Forderungen der Kita-Fachkräfte, die sich mit der aktuellen Corona-Situation von der Regierung im Stich gelassen sehen. Mit dabei waren auch seine CDU-Kollegen Helmut Dammann-Tamke aus dem Landkreis Stade und Heiner Schönecke und André Bock aus dem Landkreis Harburg.

„Der Minister geht davon aus, dass das Land kurzfristig nicht nur Lehrerinnen und Lehrern, sondern auch Erzieherinnen und Erziehern ein Angebot für regelmäßige Antigen-Schnelltests machen wird“, berichtet Kai See-fried. In einer ersten Antwort auf eine TAGEBLATT-Anfrage hatte es vom Kultusministerium noch eine Absage an diese Forderung der Erzieher gegeben. Das hat Tonne nun offenbar revidiert. Allerdings sieht er das Land nicht allein für die Tests zuständig, sondern auch die Arbeitgeber der Kita-Kräfte, also die Träger.

Gemeinsam mit ihnen soll nun ein Weg gefunden werden, erklärt Seefried. Er und Helmut Dammann-Tamke wollen nun Gespräche mit den Trägern der Kitas im Landkreis Stade führen, wobei auch andere Themen zur Sprache kommen sollen: So habe der Minister gesagt, dass zwar unstrittig sei, dass zunächst die Impfung der Risikogruppen eins und zwei erfolge. Es müsse aber sehr wohl eine Diskussion über eine Priorisierung der Kita-Kräfte innerhalb der dritten Gruppe erfolgen, zu der auch die Lehrkräfte gehören, da Kita-Mitarbeiter sich in der Regel nicht durch Masken schützen können. Wie die CDU-Landtagsabgeordneten in dem Gespräch erfahren haben, wird die Notbetreuung, die im Prinzip für bis zu 50 Prozent der Kinder möglich ist, im niedersächsischen Durchschnitt nur für die Hälfte der möglichen Kinder – insgesamt also nur für 25 Prozent – in Anspruch genommen. Im Landkreis Stade ergibt sich ein anderes Bild, eine Inanspruchnahme von annähernd 50 Prozent ist nicht selten.

Nun auch ein Brandbrief aus den 23 DRK-Kitas

Nun melden sich auch die 370 Mitarbeiter der 23 Kindertagesstätten des DRK im Landkreis Stade mit einem Brandbrief zu Wort – und werden vom Träger dabei unterstützt. Kitas, heißt es in dem Brief, würden zwar offiziell als geschlossen bezeichnet, aber tatsächlich werde dort weitergearbeitet, und zwar unter Bedingungen, die für die Erzieher nicht mehr nachvollziehbar seien. Fehlende Schnelltests sind dabei nur einer der genannten Punkte.

Im Namen ihrer Kollegen hat Bettina Lichtenauer aufgeschrieben, wie sie und ihre Kollegen sich durch die anstrengende Corona-Zeit kämpfen und dabei versuchen, trotz allem dem pädagogischen Bildungsauftrag für die Kinder gerecht zu werden und mit ihnen die Welt zu entdecken, sie erfahrbar zu machen und alle daran teilhaben zu lassen.

Das werde aber sehr erschwert: „Kinder dürfen sich nicht mehr selbst Getränke einschenken und das Essen selber auffüllen, es darf nicht gesungen werden, Händewaschen, Händewaschen, Händewaschen, keine gruppenübergreifenden Angebote, Spielen auf begrenztem, eingeteiltem Gebiet. Eltern dürfen nach wie vor nicht die Kita betreten. Kurze Tür-und-Angel-Gespräche finden auf Abstand statt, mehr nicht.“ Beklagt wird in dem Brief auch das Fehlen einer klaren Vorgabe vom Kultusministerium für die Notbetreuung von Kindern. Es fehle an klaren Ansagen, was mit den Kindern ist, deren Eltern arbeiten müssen, im Homeoffice sind, nichtsystemrelevante Berufe haben, alleinerziehend oder erkrankt sind. Die Entscheidung darüber muss nun in den Kitas getroffen werden – und damit werde bei Kitaleitung, Kollegen und Eltern, die alle nur das Beste wollen, eine Zündschnur gelegt.

Die DRK-Kitas lenken in ihrem Brief aber auch den Blick darauf, dass ihnen nicht nur in der Corona-Zeit eine Lobby fehlt. „Der Job des Erziehers ist nicht nur das Betreuen, Verwahren und Beschäftigen“, schreibt Bettina Lichtenauer und fordert angesichts des eklatanten Fachkräftemangels im Namen ihrer Kollegen mehr Unterstützung, Anerkennung und professionelle Wertschätzung ihres Berufs.