KVN: 311 weitere Ärzte und Psychotherapeuten können sich in Niedersachsen niederlassen

Hoffentlich wirkt sich das auch bis in den Landkreis Harburg aus. Das folgt aus der neuen Bedarfsplanung, wie der KVN-Vorstandsvorsitzende Mark Barjenbruch. Der neue Plan ist Ergebnis einer veränderten Vorgabe des Gemeinsamen Bundesausschusses aus dem Sommer 2019. Bisher hatte es niedersachsenweit 456,5 freie Sitze gegeben, nun gibt es für Hausärzte 486 mögliche Zulassungen, für Fachärzte 194 und für Psychotherapeuten 88. Anders als bisher sind nun nicht nur die Zahl der Einwohner und die Altersstruktur in die Berechnung eingeflossen, sondern auch die Häufigkeit von Erkrankungen innerhalb bestimmter Bevölkerungsgruppen. Im Ergebnis gibt es den größten Bedarf in Delmenhorst, Salzgitter, Leer-Süd. Die größten Zuwächse an Hausarztsitzen gibt es in Braunschweig, Salzgitter, Garbsen, Gifhorn, Hameln und Osterode. Neu formuliert hat die KVN auch die Erreichbarkeit: 95 Prozent der Patienten in einem Gebiet sollen nicht länger als 20 Minuten mit dem Auto zurücklegen, bis sie bei einem Hausarzt vor der Tür stehen.

Trotz der Erhöhung der Zahl der Arztplätze äußert sich die KVN-Spitze skeptisch: „Wer glaubt, dass mit der Einführung der neuen Bedarfsplanung die flächendeckende Versorgung im ambulanten Bereich langfristig sichergestellt ist, sollte sich nicht täuschen. Durch die Reform ergeben sich zwar rein rechnerisch 311 neue Niederlassungsmöglichkeiten in Niedersachsen. Das ist aber lediglich ein Rechenmodell. Mit der neuen Richtlinie backen wir keinen einzigen neuen Arzt oder Psychotherapeuten“, sagt Barjenbruch.